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Vitra Garden Futures – Designing with Nature

Einleitung zur gleichnamigen Ausstellung im Vitra Design Museum (Ausschnitt)

Dass sich unser Verhältnis zur Natur ändern muss, das ist in Zeiten des Klimawandels und ökologischer Krisen deutlicher denn je. Doch wo anfangen? Bei so komplexen Zusammenhängen und Herausforderungen ist es nicht leicht, umsetzbare Antworten zu finden. Da ist der Garten ein guter Ort, um mit der Suche zu beginnen. Gärten sind die Welt in Miniatur. Was unser Verständnis von Natur ausmacht und wie wir uns zu ihr verhalten – sei es als Individuum oder als Gesell­ schaft –, ist in allen Zeiten und Kulturen immer wieder hier verhandelt worden: im Garten.

Auch ist jeder Garten, ungeachtet seiner Größe, ein Ort, an dem Zukunft gedacht und gemacht wird. Seit Jahrhunderten sind Gärten Projektionsflächen unserer Hoffnungen und Sehnsüchte. Die Hobbygärt­nerin, die im Spätwinter im Keller mit kalten Fingern Tomatensamen in Töpfe setzt, tut dies in freudiger Erwartung eines ertragreichen Sommers. Die franzö­sischen Monarchen, die streng geometrisch um ein Machtzentrum angeordnete Gartenanlagen planen ließen, verliehen damit der Vision einer Zukunft Ausdruck, in der alles und alle allein ihnen gehörte und gehorchte – die Untertanen natürlich, und sogar die Pflanzen.

Von der Garten Stadt zur Postindustriellen Landschaft
von Oliver Sukrow (Ausschnitt)

Der scheinbar natürlich gewachsene „englische» Landschaftsgarten wird mit der Aufklärung um 1800 zum neuen ästhetisch-gestalterischen, aber auch zum moralisch-ethischen Vorbild. Die vom Vereinigten Königreich ausgehende sogenannte Gartenrevolution hat verschiedene Wurzeln. Der natürlich anmutende Garten transportierte dabei einen Freiheitsbegriff, der als Gegensatz zum barocken, höfisch-absolutistischen Ständesystem und seinen Einschränkungen gesehen wurde. So griff etwa der Gartentheoretiker Christian Cay Lorenz Hirschfeld in seiner mehrbändigen Theorie der Gartenkunst (1775-1785) die zivilisationskritischen Ideen des französischen Aufklärers Jean-Jacques Rousseau auf, in denen die Rückgewinnung eines idealisierten Naturzustandes eine zentrale Rolle spielte.

Mehr lesen: https://www.design-museum.de/de/ausstellungen/detailseiten/garden-futures.html