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15 Jahre Velokonzept beim Bahnhof Basel SBB

Mit grosser Freude erhalten Velopendler im Januar 2026 vom Amt für Mobilität ein neues Velokonzept vorgelegt. Es enthält im Gegensatz zum letzten Update von 2017 nicht nur einen Plan mit Legende (siehe Grafik unten), sondern eine in 7 Kapiteln strukturierte Absichtserklärung. Die bisher sogenannt nachgeplante Veloinfrastruktur von Grossprojekten kommt jetzt zumindest auf dem Papier selbst als Grossprojekt daher. Das ist sehr zu begrüssen.

Archivaufnahme am Centralbahnplatz in Basel um 1995. Bild: VELOP.CH

Anlässlich 15 Jahre Velokonzept in Basel möchten wir zurückblicken, was bisher geschah. Das Amt für Mobilität schrieb damals:

Realisiert werden sollen diese Anlagen vorwiegend im Zusammenhang mit anstehenden beziehungsweise noch zu planenden Grossprojekten von SBB Immobilien und SBB Infrastruktur – wie Gleisfelderweiterung, Gleisfeldquerung West bzw. Ost, RailCity Westflügel, Logistik MOS, Baufeld B – und gegebenenfalls mit weiteren städtebaulichen Entwicklungsprojekten Dritter. Zur Erfüllung der Vorgaben des Gegenvorschlages zur Städteinitiative ist der Kanton Basel-Stadt angehalten, den ÖV und den nicht motorisierten Individualverkehr zu stärken.

Konzept für Veloabstellplätze am Bahnhof Basel SBB Amt für Mobilität am 20.10.2012
Das Velokonzept von 2011 wird 2017 mit einem Update ergänzt.

Tatsächlich hat der Nutzungsdruck am Gleisfeld zugenommen. Elsässertor, Südpark, Meret-Oppenheim Hochhaus, weiter gefasst der Baloise-Park, das Peter-Merian Haus, das Jakob-Burckhardt Haus, mit jedem Projekt wird eine beachtliche Zahl AutoPP im UG zugebaut. Die Immobilienbranche macht Verkehrspolitik am Gleisfeld, die AutoPP-Bewirtschaftung lässt die Velos als ein Störfaktor erscheinen.

Grafik aus dem Velokonzept 2026

Ausgerechnet die SBB treibt mit Immobilienprojekten die Quadratmeterpreise den Bodens in die Höhe. Eine Velostation ohne Beitrag aus der öffentlichen Hand ist darum kaum noch machbar. Das Problem betrifft auch andere Bahnhöfe grosser Städte in der Schweiz. Das Velokonzept geht diesem Prinzip folgend differenzierer auf die einzelnen Projekte am Gleisfeld ein:

Im Folgenden sind die Projekte aufgeführt, die bereits zeitnah die Veloabstellsituation verbessern sollen. Das sind zum einen Massnahmen, die in der Planung bereits weit fortgeschritten oder bereits in der Umsetzung sind. Oder es sind Massnahmen, die – sollte die Machbarkeit gegeben sein – nur wenige bauliche Anpassungen benötigen und sich deshalb zeitnah umsetzen lassen.

  • Ausrüstung von Abstellfeldern durch Veloständer mit mehr Kapazität (höhenversetzten Vorderräder, allenfalls Doppelstockparker mit Dach)
  • Umsetzung Umgebung Süd des SBB-Projekts Leistungssteigerung Ausbauschritt 2025 bis Mitte 2026: Erweiterung um ca. 300 Veloabstellplätze auf der Südseite des Bahnhofs
  • Umsetzung von Veloständer bei den Veloabstellplätzen beim Elsässertor für mehr Ordnung und zur Schaffung von mehr regulären Veloabstellplätzen
  • Umsetzung von provisorischen Veloabstellplätzen im Postreiter-Gebäude im ersten Obergeschoss mit Anschluss an die Post-Passerelle (bis zum Baustart Nauentor)
  • Umsetzung von Veloabstellplätzen im UG des Elsässertor-Gebäudes anstelle eines Teils der Auto-Parkplätze
  • Umnutzung weiterer, (teils unternutzter) Autoparkings oder Untergeschosse oder Teilen davon im Umfeld des Bahnhofs
  • Erweiterung der Abstellplätze in der Güterstrasse zu Lasten von Autoabstellflächen
  • Entlastung und bessere Nutzung aus den Massnahmen betreffend Bewirtschaftung und Ordnung (einheitliche Signalisation, Parkdauerbeschränkung, regelmässige Räumung, etc.)
  • Suche nach heute ungenutzten oder unternutzten Flächen im Umfeld des Bahnhofs, die für Veloabstellplätze erschlossen werden könnten. (Als Beispiel dient das Veloparking im Zwischenraum zwischen Dienstgebäude Ost des Bahnhofs und dem Postreiter-Gebäude; Schiebezugang; direkter Zugang zur Post-Passerelle.)
Konzept für Veloabstellplätze am Bahnhof Basel SBB, Kapitel 5.3 am 27.1.2026

Die Autoren halten richtigerweise fest, dass Veloparkings in Gebäuden oder UG zur Entlastung des öffentlichen Raums beitragen würden. Erwähnenswert wäre auch, dass die Kurzstreckennutzung durch Velo und Trottinet den ÖV entlastet. Zudem kann Velo Mobilitätsbedarf boomender Einzugsgebiete wie zum Beispiel aus dem Quartier Hagnau, Dreispitz, etc. schneller decken.

Dieser Logik folgend ist bei der Umzonung Nauentor darauf gepocht worden, keine genaue Zahl der VeloPP festzulegen, sondern die Zahl nach oben offen zu lassen. In der Vergangenheit lagen Behörden mit ihrer «sinnvoll geschätzten realisierbaren Anzahl» Veloabstellplätze immer falsch, respektive zu tief. Velostationen sollten darum in der Zahl VeloPP skalierbar sein.

Zuletzt noch halten die geschätzten Autoren des Konzepts fest, dass die Kostenteiler (z.B. zwischen Kanton und SBB, respektive Beiträge vom Bund) projektspezifisch gemeinsam festzulegen seien. Die Unterbelegung von Autoparkings könnte die VeloPP Bewirtschaftung befeuern.

Veloabstellplätze beim Bahnhof SBB Gundeldingen und dem ‚Birkenwald‘ vor dem Elsässertor.
Unternutztes Autoparking beim Peter-Merian Haus und Elsässertor.

Mehr lesen: Absichtserklärung zur Veloparkierung am Bahnhof Basel SBB 2026 (geschützter Bereich)

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